Zugegeben, das Thema Fold Equity gehört schon zu den fortgeschrittenen Themen aber dennoch solten auch Anfänger zumindest wissen, um was genau es sich bei diesem Ausdruck handelt. Leider kommen wir bei der Erklärung nicht herum, Euch mit mathematischen Beispielen bzw. Formeln zu unterstützen. Zusätzlich müsst Ihr die Themen Outs, Pot Odds, Erwartungswerte und die gegnerischen Handranges schon blind beherrschen bzw. in Sekunden ausrechnen können.

Beispiel: im Pot liegen schon €50.- und wir haben am Turn einen Flush Draw und somit 9 Karten die uns am River helfen würden. Diese 9 Outs bedeuten laut 2 und 4 Regel eine Trefferwahrscheinlich von 19 Prozent. Rechnen wir jetzt €50.- x 0,19 so erhalten wir eine Pot Equity von €9,50.-

Wir entschließen und nun am Turn mit unseren restlichen €50.- All In zu pushen und gehen davon aus, dass unser Gegenüber callt. Jetzt liegen im Pot €150.- und bei 19% Trefferwahrscheinlichkeit haben wir eine Equity von €28,5.- was leider zuwenig ist, denn imerhin haben wir eine Bet in der Höhe von €50.- gemacht. Wir hätten bei dieser Wette langfristig einen Erwartungswert von minus €21,5.- und würden so auf der Verliererseite stehen. Wir würden es also langfristig vermeiden solche Wetten einzugehen, wenn es nicht auch die Möglichkeit geben würde, dass unser Gegner auch folden könnte. Natürlich hängt ein eventueller Fold unseres Gegners von einigen Faktoren ab:

  • Wir kennen unseren Gegner bzw. dessen Spielweise schon sehr gut und können diesen lesen.
  • Wir wissen seine Handrange und auch in welchen Situationen er sich von seinen Karten trennt.
  • Wir können unsere Pot Odds, Erwartungswerte etc. in sekundenschnelle am Tisch korrekt berechnen.
  • Wir denken ausschließlich an den langfristigen Erfolg.

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